So sitzt die Lordosenstütze am Bürostuhl richtig
Eine Lordosenstütze soll den unteren Rücken beim Sitzen unterstützen. Sie kann dabei helfen, die natürliche Form der Lendenwirbelsäule bewusster zu halten und ein zusammengesunkenes Sitzen zu vermeiden. Entscheidend ist aber nicht, dass die Stütze möglichst stark drückt, sondern dass sie an der richtigen Stelle sitzt und zum restlichen Stuhl passt. Die beste Einstellung fühlt sich deshalb unspektakulär an: Sie nehmen Halt wahr, bleiben aber beweglich und können Ihre Sitzposition ohne Widerstand verändern.
Im Folgenden erfahren Sie, wie Sie Höhe, Tiefe und Intensität der Lordosenstütze Schritt für Schritt anpassen, welche Fehler häufig passieren und welche Alternativen es gibt, wenn Ihr Stuhl keine eigene Stütze besitzt.
Was die Lordosenstütze ist und wozu sie dient
Die Lordosenstütze ist der Bereich der Rückenlehne, der den unteren Rücken berührt und die natürliche Einwärtswölbung der Lendenwirbelsäule begleitet. Bei manchen Bürostühlen ist sie deutlich als verstellbares Element erkennbar, bei anderen steckt sie unauffällig in der Polsterform oder in einer flexiblen Netzlehne. Ihr Zweck ist nicht, den Rücken in eine starre Haltung zu zwingen, sondern eine angenehme Orientierung zu geben.
Beim langen Sitzen kippt das Becken leicht nach hinten, wenn Sitzhöhe, Sitztiefe oder Rückenlehne nicht passen. Dann rundet sich der untere Rücken, und die Muskulatur arbeitet anders als in einer aufgerichteten Sitzposition. Eine sinnvoll eingestellte Lordosenstütze kann hier unterstützen, weil sie den Kontakt zur Rückenlehne verbessert und Sie daran erinnert, nicht dauerhaft in sich zusammenzusinken. Sie ersetzt trotzdem keine Bewegung: Wechseln Sie regelmäßig zwischen angelehnter, aufrechter und leicht entspannter Haltung, damit der Rücken nicht in einer starren Position verharrt. Weitere Grundlagen finden Sie in unseren Tipps zum ergonomischen Sitzen.
Feste, verstellbare und dynamische Lordosenstützen
Feste Lordosenstützen sind in die Rückenlehne integriert und lassen sich nicht separat verschieben. Sie können gut funktionieren, wenn Körpergröße, Lehnenform und Sitzposition zusammenpassen. Der Nachteil zeigt sich, wenn die Wölbung zu hoch, zu tief oder zu ausgeprägt sitzt: Dann bleibt nur die Anpassung über Sitzhöhe, Sitztiefe und Lehnenneigung, was nicht immer genügt. Besonders bei gemeinsam genutzten Arbeitsplätzen spielt das eine wichtige Rolle, weil dieselbe Lehnenform bei verschiedenen Personen unterschiedlich wirken kann.
Verstellbare Lordosenstützen bieten mehr Spielraum. Je nach Stuhl lässt sich die Höhe verschieben, die Tiefe verändern oder die Spannung anpassen. Dynamische Varianten reagieren zusätzlich auf Bewegung und folgen dem Rücken etwas mit. Wenn Sie gezielt nach Modellen mit solchen Funktionen suchen, ist ein Bürostuhl mit Lordosenstütze eine passende Ausgangsbasis, weil die Einstellbarkeit dort meist im Mittelpunkt steht.
Die richtige Höhe finden: Schritt für Schritt
Beginnen Sie mit einer neutralen Sitzposition: Füße stabil auf den Boden, Gesäß vollständig auf der Sitzfläche, Rücken locker an der Lehne. Stellen Sie die Lordosenstütze zunächst eher zurückhaltend ein und verschieben Sie sie dann langsam nach oben oder unten. Ziel ist ein Kontakt im unteren Rücken, der die natürliche Wölbung begleitet, ohne dass Sie ins Hohlkreuz ausweichen. Lassen Sie die Hände dabei möglichst entspannt liegen, damit Sie nicht durch aktive Anspannung einen falschen Eindruck von der Einstellung bekommen.
Ein guter Hinweis ist Ihr eigenes Ausweichverhalten. Wenn Sie das Becken nach vorne schieben, sich von der Lehne lösen oder die Schultern hochziehen, sitzt die Stütze wahrscheinlich nicht passend. Korrigieren Sie in kleinen Schritten und bleiben Sie jeweils kurz sitzen, bevor Sie weiter verändern.
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Preis auf Amazon prüfenTiefe und Intensität anpassen
Die Tiefe bestimmt, wie deutlich die Lordosenstütze in Richtung Rücken arbeitet. Stellen Sie sie nur so weit vor, dass der untere Rücken verlässlich Kontakt bekommt. Sie sollte nicht wie ein harter Punkt wirken und auch nicht dazu führen, dass der obere Rücken keinen guten Lehnenkontakt mehr findet. Eine zu schwache Einstellung bringt dagegen wenig Orientierung, weil der Rücken die Stütze kaum wahrnimmt. Sinnvoll ist ein Mittelweg, bei dem Sie den Kontakt bemerken, aber nicht ständig daran denken müssen.
Prüfen Sie die Intensität im normalen Arbeitsmodus, nicht nur beim geraden Probesitzen. Lehnen Sie sich zurück, greifen Sie zur Tastatur, drehen Sie sich leicht und wechseln Sie zwischen aufrechter und entspannter Haltung. Wenn die Stütze in all diesen Situationen eher begleitend als störend wirkt, haben Sie eine sinnvolle Einstellung gefunden. Bei empfindlichem Rücken ist Zurückhaltung meist angenehmer als ein stark herausgedrehter Druckpunkt.
Zusammenspiel mit Sitzhöhe und Rückenlehne
Die Lordosenstütze kann nur dann sinnvoll arbeiten, wenn die Grundeinstellung des Stuhls stimmt. Sitzen Sie zu hoch, hängen die Füße nicht ruhig auf dem Boden, und das Becken findet weniger Halt. Sitzen Sie zu tief, kippt der Körper leichter nach hinten. Deshalb sollten Sie zuerst Sitzhöhe, Sitzposition und Schreibtischabstand ordnen und erst danach die Lordosenstütze feinjustieren.
Auch die Rückenlehne spielt mit. Eine sehr aufrechte Lehne lässt die Lordosenstütze anders wirken als eine leicht nachgiebige Synchronmechanik. Wenn Ihr Stuhl eine einstellbare Lehnenneigung oder Federkraft hat, testen Sie die Lordosenstütze in der Haltung, in der Sie tatsächlich arbeiten. Bei Rückenproblemen kann zusätzlich unser Ratgeber zum Bürostuhl bei Rückenschmerzen helfen, die wichtigsten Einstellpunkte einzuordnen, ohne eine ärztliche Abklärung zu ersetzen.
Typische Fehler beim Einstellen
Ein häufiger Fehler ist eine zu hohe Position. Dann drückt die Stütze eher in den mittleren Rücken, während der eigentliche Lendenbereich wenig Kontakt bekommt. Ebenso ungünstig ist eine zu tiefe Position, weil sie das Becken nach vorne schieben kann. Beides fühlt sich oft zunächst aufrecht an, führt aber schnell zu einer künstlichen Haltung.
Viele Nutzer stellen die Lordosenstütze außerdem einmal ein und ändern sie nie wieder. Das ist verständlich, aber nicht ideal, wenn sich Sitzhöhe, Schuhe, Schreibtischposition oder Arbeitsweise ändern. Prüfen Sie die Einstellung gelegentlich neu, besonders nach einem Stuhlwechsel oder wenn Sie merken, dass Sie am Ende des Arbeitstags häufiger ausweichen. Vermeiden Sie außerdem, die Lordosenstütze als Ersatz für Bewegung zu betrachten. Kurze Haltungswechsel bleiben wichtig.
Wenn der Stuhl keine Lordosenstütze hat: Alternativen
Hat Ihr Bürostuhl keine eigene Lordosenstütze, können ein separates Lendenkissen oder eine nachrüstbare Rückenauflage helfen. Wichtig ist auch hier die Position: Das Zubehör sollte nicht einfach irgendwo zwischen Rücken und Lehne klemmen, sondern den unteren Rücken sanft stützen. Zu dicke oder rutschende Lösungen können die Sitzposition verschlechtern, wenn sie das Becken nach vorne schieben oder den Kontakt zur Lehne unterbrechen. Achten Sie deshalb darauf, ob das Zubehör auch nach längerem Sitzen an Ort und Stelle bleibt.
Prüfen Sie vor dem Nachrüsten, ob Ihr Stuhl grundsätzlich noch zu Ihrem Arbeitsplatz passt. Wenn Sitzfläche, Rückenlehne oder Mechanik stark einschränken, löst ein Kissen nur einen Teil des Problems.
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Preis auf Amazon prüfenWoran Sie merken, dass die Einstellung passt
Eine passende Einstellung fällt im besten Fall kaum auf. Sie spüren Kontakt im unteren Rücken, können aber frei atmen, die Schultern locker lassen und sich anlehnen, ohne gegen einen Druckpunkt zu arbeiten. Der Stuhl unterstützt Ihre Haltung, nimmt Ihnen aber nicht jede Bewegung ab. Genau diese Mischung aus Halt und Beweglichkeit ist für den Arbeitsalltag sinnvoll.
Beobachten Sie sich über mehrere Arbeitseinheiten hinweg. Wenn Sie seltener nach vorne rutschen, den unteren Rücken nicht ständig neu positionieren müssen und die Rückenlehne gerne nutzen, spricht viel für eine stimmige Einstellung. Bleiben Schmerzen oder Taubheitsgefühle bestehen, ist das kein Einstellproblem, das man beliebig aussitzen sollte. Dann ist eine ärztliche Abklärung der richtige nächste Schritt.